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DIENSTLEISTUNGSGESELLSCHAFT des Neckar-Odenwald-Kreises gGmbH |
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Mosbach,
17. August 2009
Intensivkurs Digeno ![]() Ralf, Teilnehmer des Intensivkurses der kreiseigenen Digeno, fertigt in der Werkstatt Wegeschilder für den Forst. Seine Kollegen beschäftigen sich überwiegend mit gemeinnützigen Arbeiten im Freien. Neckar-Odenwald-Kreis. Ralf ist 34 und damit nicht unbedingt ein typischer Teilnehmer des Intensivkurses, den die Dienstleistungs- gesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (Digeno) Arbeitslosengeld II-Empfängern anbietet mit dem Fernziel, die Leute fit zu machen für ein reguläres Arbeitsverhältnis. Die Mehrzahl ist jünger, aber die Lebensgeschichten gleichen sich alle: Besuch einer Haupt-, manchmal auch einer Förderschule, Abbruch oder Abgang ohne Abschluss, keine Ausbildung, sporadische Aushilfsjobs, keinen Führerschein, langjährige Arbeitslosengeld II-Empfänger. Und immer wieder Konflikte mit dem Gesetzgeber. Ralf passt genau in dieses Schema. Immerhin drei Lehren hat er in Angriff genommen: Lackierer, Maurer und Metzger. „Die letzte hab´ ich selber verbockt“, räumt der Mosbacher, der mit seinem Vater zusammenwohnt, ein. Jetzt stellt er in der Werkstatt Schilder aus Holz her, die an Waldwegen angebracht werden. Obwohl er eigentlich davon träumt, den Führerschein zu machen, die Realschule nachzuholen und „irgendwas mit Computern“ zu arbeiten. Doch davon ist er noch weit entfernt. Ebenso wie der 19jährige Daniel, der die Förderschule besucht hat, oder Gino, der mit seinen 26 Jahren immer noch nur einen Wunsch hat: sich selbstständig machen im Schrotthandel. „Wir backen hier erst mal ganz kleine Brötchen“, erklärt Manuel Zin, Heilerziehungspfleger und Sozialpädagoge, der gemeinsam mit Arbeitsanleiter Arnd Richter die Truppe von vier jungen Frauen und sechs Männern betreut. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind die ersten Ziele, die angestrebt werden. „Durch unser regelmäßiges Arbeitsangebot wollen wir wieder Struktur in ihre Leben bekommen“, so Zin, der mit durchaus harten Sanktionen arbeitet. Radikale Kürzungen der Unterstützung sind an der Tagesordnung, wenn schriftlich formulierte Verhaltensregeln oder mündliche Absprachen nicht eingehalten werden. Was permanent vorkommt. Alle sind praktisch nie da – damit haben sich Zin und Richter abgefunden. Dennoch werden sie nicht müde, den Teilnehmer Allgemeinbildung und Sozialkompetenzen zu vermitteln, sie bei alltäglichen Problemen wie der Wohnungssuche, im Umgang mit Ämtern oder im Kontakt mit Bewährungshelfern zu unterstützen. Im Mittelpunkt aber steht die gemeinnützige Arbeit, für die pro geleisteter Arbeitsstunde 1,50 Euro zusätzlich gezahlt wird und die darin bestehen kann, in einheitlicher Arbeitsbekleidung regelmäßig S-Bahnhöfe zu säubern und Mängellisten anzufertigen, im kreiseigenen Weinberg in Diedesheim die anfallenden Arbeiten zu erledigen , Waldhütten zu streichen oder die Neckarwiesen zu reinigen. Womit etliche durchaus Probleme haben, vor allem, wenn sie von Kumpels gesehen werden könnten. „Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und die Wirklichkeit klaffen manchmal schon sehr weit auseinander“, weiß Zin, der die Teilnehmer auf Vorschlag des das ALG II- auszahlenden Jobcenters Neckar-Odenwald-Kreis in den sechsmonatigen Kurs aufgenommen hat. Schon zu Beginn wird versucht, genaue Ziele zu definieren. Daniel beispielsweise soll fit gemacht werden für die Aufnahme ins Berufsbildungswerk. Einmal hat er eine Ausbildung dort bereits „geschmissen“, jetzt wurde seine Kursteilnahme verlängert, um einen erneuten Versuch – Berufsziel Bau- und Metallmaler – starten zu können. Rückschläge bleiben allerdings nicht aus, Unpünktlichkeit, Arbeitsverweigerung oder Ausraster gehören zum täglichen Programm. Und werden entsprechend geahndet. „Wir haben hier gelernt, uns auch über kleine Fortschritte zu freuen“, erklärt Zin dazu. „Richtige“ Erfolgserlebnisse sind selten, aber sie gibt es durchaus. Ein früherer Teilnehmer hat es geschafft, über die Digeno beim Bauhof einer kleinen Gemeinde im Kreis angestellt zu werden, ein anderer hat einen Zeitvertrag bei einer Baufirma erhalten. Und Ralf? Aufgrund seines massiven Übergewichts kann er nur in der Werkstätte arbeiten. Freiwillig wäscht er immer freitags die Arbeitsklamotten der Kollegen. Immerhin; dass er diesen Dienst übernommen hat, ist einer dieser kleinen Fortschritte, auf die Zin und Richter bauen. zurück |
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